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Montag, 12. November 2007, 1:00 Uhr

Ein kommunaler Integrationsplan für Norderstedt!

Experten-Workschop als gelungener Auftakt

Info Archiv Norderstedt | Norderstedts Erster Stadtrat und Schirmherr der Veranstaltung Dr. Harald Freter äußerte mit Blick auf aktuelle Diskussionen schon in seiner Begrüßung die Hoffnung, dass die Tagung erste richtungweisende Schritte hin zu einem kommunalen Integrationsplan für die Stadt Norderstedt aufzeigen möge.
Dr. Ursula Müller, ehemalige Staatssekretärin in der Landesregierung Schleswig-Holstein, moderierte den Expertenworkshop. Sie forderte in ihrer Einführung größere Fairness in der gesellschaftlichen Migrationsdebatte, in der zwar für die Integration hochqualifizierter Zuwanderer geworben würde, doch gleichzeitig Flüchtlinge oder religiöse migrantische Minderheiten diskriminiert seien. Mit ihrer Frage, "was kann getan werden, um Benachteiligungen abzubauen und um den von Migrantinnen und Migranten selbst beschrittenen Weg der Einwurzelung zu ebenen?" hatte Müller das Anliegen der Veranstaltung auf den Punkt gebracht.
Davon, dass sich anderenorts schon verschiedenartigste Instrumente und Strategien z.B. für Verwaltungs- und Betriebsabläufe oder für den Bildungs- und Integrationsalltag bewährt haben, konnten sich die TeilnehmerInnen des Expertenworkshops bei verschiedenen Fachvorträgen überzeugen. Evelyn Jäger, Bereichsleiterin aus dem Kieler Innenministerium, erläuterte den Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung und seine Relevanz für das Land und die Kommunen in Schleswig-Holstein. Karsten Lübbe, Projektleiter des Landessportverbands Schleswig-Holstein, beleuchtete Strategien, mit denen Sportvereine erfolgreich die verbesserte Integration von Menschen mit Migrationshintergrund umgesetzt haben. Christine Tuschinsky vom Hamburger Bildungsträger Verikom und Robert Gerici vom DGB-Bildungswerk aus Düsseldorf zeigten die Chancen auf, die für Verwaltungen in der systematischen Interkulturellen Öffnung oder für Wirtschaftsbetriebe in einer migrationssensiblen Personalentwicklung liegen.
Am Nachmittag teilten sich die TeilnehmerInnen in Arbeitsgruppen auf und diskutierten dort die lokalen Möglichkeiten einer verbesserten Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere in den Bereichen Arbeit und Ausbildung, Erziehung und Bildung, Alter und Krankheit sowie im sozialen Alltag im Quartier. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Frage, wie eine nachhaltige Öffnung von Verwaltungen und sozialen Diensten erfolgreich mit anderen gesellschaftlichen Integrationsfeldern vernetzt werden könne.
Beim Abschlussplenum des Expertenworkshops kam schließlich der Vorschlag zur Abstimmung, ein kommunales Integrationskonzept für Norderstedt zu entwickeln und der Politik anzutragen. Dieses soll den bestehenden Bedingungen und Bedarfen Norderstedts angepasst- und dabei geeignet sein, alle integrationsrelevanten Bereiche in Behörden, politischen oder religiösen Institutionen, in Betrieben, Geschäfts- und Vereinswelt oder in Bildungs- und Jugendeinrichtungen zu vernetzen. Der Vorschlag wurde vom Workshop-Plenum einstimmig angenommen und der Norderstedter Arbeitskreis Migration um Umsetzung gebeten. Veranstalter und TeilnehmerInnen waren sich am Ende der Tagung darin einig, dass der Expertenworkshop als Auftakt für die zeitnahe Realisierung eines kommunalen Integrationskonzeptes für Norderstedt sehr erfolgreich war.

Der Arbeitskreis Migration besteht aus den Norderstedter Migrationssozialberatungen von Diakonie und AWO, den Vereinen Norderstedter Ost-West-Integration und Norderstedt lernt, der städtischen Gleichstellungsstelle und dem Agenda-Büro, sowie die Volkshochschule und der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein.

In Kürze werden die Vortragsmanuskripte und Arbeitsgruppenergebnisse des "Expertenworkshops Migration & Integration" unter www.hamburgasyl.de online dokumentiert.

Veröffentlicht in Flucht und Migration mit den Schlagworten Norderstedt, Schleswig-Holstein, Schule