+ + + ARCHIVIERTER INHALT + + +

Diese Seite kommt aus unserem Archiv und enthält möglicherweise Informationen, die nicht mehr aktuell sind. Bitte beachten Sie das Veröffentlichungsdatum dieser Seite.

Montag, 15. Oktober 2007, 2:00 Uhr

Kurznachrichten im Oktober

Meldungen vom 1. bis zum 15. Oktober

Info Archiv Norderstedt | Sonntag, 14. Oktober, 20 Uhr

GALiN widerspricht Seedorff

Die Grün Alternative Liste in Norderstedt (GALiN) widerspricht den jüngsten Äußerungen von Stadtwerke-Leiter und Stadtpark GmbH-Vorstand Jens Seedorff, alle Fraktionen in Norderstedt wären in die Verträge mit der Stadtpark GmbH eingeweiht gewesen und hätten ihnen zugestimmt. In den Verträgen ist u.a. geregelt, dass der Stadtpark für die Landesgartenschau in einem Zustand übergeben wird, der dem des Willy-Brandt-Parkes gleicht. Dazu stellt Anette Reinders (GALiN) einerseits fest, dass ihre Partei nicht im Aufsichtsrat der Stadtpark GmbH vertreten ist und daher keine Einsicht in die entsprechenden Verträge hatte. Außerdem kritisiert Reinders, dass die Verträge überhaupt abgeschlossen wurden: Ohne Vorlage in den kommunalpolitischen Gremien sei dies gar nicht statthaft. Die GALiN stellt daher fest, dass "die Politik" keinesfalls in die Entscheidung eingebunden war, Landschaftsbau-Maßnahmen über 1,3 Millionen Euro im Haushalt der Stadt Norderstedt unterzubringen. Die GALiN fordert die Beteiligten auf, künftig mehr Transparenz in die Vorgänge rund um die Landesgartenschau zu bringen.

Sonntag, 14. Oktober, 18 Uhr

Mutter aller Volksentscheide gescheitert

Bereits seit Wochen kann abgestimmt werden, heute jedoch endete die Frist mit dem eigentlichen Abstimmungstag. Mindestens 607.468 HamburgerInnen hätten der "Mutter aller Volksentscheide" zustimmen müssen, um derartige Entscheide künftig für die Politik verbindlich zu machen. Dem kamen jedoch nur rund 500.000 HamburgerInnen nach, der Entscheid ist damit deutlich gescheitert. Hintergrund des Vorgangs: Während sich im Februar 2004 76,8% der Hamburger WählerInnen gegen den Verkauf der Hamburger Krankenhäuser an die umstrittenen Asklepios-Kliniken gewandt hatten, führte die Hamburger CDU die Privatisierung unbeirrt fort. Um eine derartige Missachtung demokratischer Grundregeln künftig unmöglich zu machen, begann ein breites Bündnis parlamentarischer und außerparlamentarischer Organisationen mit der Vorbereitung des aktuellen Volksentscheids. Vergebens, wie jetzt feststeht.

Sonntag, 14. Oktober, 13 Uhr

Bleibt Hamburg-Nord rot-grün?

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, Hede Krüger, hat sich in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift Langenhorner Monat für eine weitere Zusammenarbeit mit der GAL ausgesprochen. Auch die Stimmung in der GAL-Nord schätzt Krüger in diese Richtung ein, lediglich einige jüngere GALierInnen könnten "angeschwärzte Grüne" sein. Hintergrund: Seit Monaten wird in Hamburg über ein schwarz-grünes Bündnis spekuliert.

Sonntag, 14. Oktober, 12 Uhr

Pro Landesgartenschau

Rund 30 Mitglieder soll der frisch gegründete Verein zur Förderung der Landesgartenschau Norderstedt 2011 bereits haben und will nun damit beginnen, die Schau über Info-Stände und Veranstaltungen transparenter zu machen. Laut Norderstedter Zeitung sollen dabei aus einem "Ideen-Pool" mit den Schwerpunkten Kultur, Landschaftspflege, Naturschutz und Städtebau auch eigene Projekte entwickelt werden. Erste Vorsitzende des Vereins ist die seit 1998 in Norderstedt lebende Bettina Angerer. Die in Nürnberg geborene Werbekauffrau ist beruflich als "Personal-Trainerin" unterwegs, die überwiegend höheren Angestellten die angeblich wieder notwendigen Benimm-Regeln des Knigge beibringt. Ein Beispiel: "Es wird warm und wärmer, wohin mit dem Jackett? Anbehalten - bis der Gastgeber das Signal zum Ablegen gibt. Im Stehen ist das Jackett der Herren immer geschlossen.". Oder: "Ins Restaurant schreitet der Mann nicht mehr zuerst. Er hält der Dame die Tür auf, geht dann aber zum Tisch voraus." Ach so. Das hat der Landesgartenschau gerade noch gefehlt.

Sonntag, 14. Oktober, 12 Uhr

Stadtpark GmbH wehrt sich

Über die jüngsten Angriffe aus Reihen von SPD und GALiN ist die Vorstands-Troika der für die Landesgartenschau (LGS) verantwortlich zeichnende Stadtpark GmbH einigermaßen empört. So weisen Baudezernent Thomas Bosse, Stadtwerke-Leiter Jens Seedorff und der städtische Pressesprecher Kai Jörg Evers den Vorwurf versteckter Haushalte für die LGS nachdrücklich zurück. Nachdem Kosten für zahlreiche Gartenlandschafts-Arbeiten im Stadtpark im Haushalt der Stadt Norderstedt aufgetaucht waren, hatten insbesondere Maren Plaschnick (GALiN) und SPD-Kommunalpolitikerin Sibylle Hahn zuvor Taschenspielertricks gewähnt: Die Aufwertung des Geländes auf das Niveau des Willy-Brandt-Parks in Garstedt aus öffentlichen Geldern sei zuvor nicht mit der Kommunalpolitik vereinbart gewesen. Dem widerspricht Seedorff energisch: Alle Fraktionen hätten genau diesem Vorgang zugestimmt.

Samstag, 13. Oktober, 10 Uhr

Menschenwürde keine "Standartausstattung" bei team.arbeit.hamburg

Die Hamburger Wirtschaftsbehörde redet Klartext. Auf eine Anfrage von Dorle Olszewski, sozialpolitische Sprecherin der GAL-Nord zu den Zuständen in den Räumen von team.arbeit.hamburg antwortete die Behörde patzig, die von der GAL geforderten Verbesserungen gehörten "nicht zur Standartausstattung der Job-Center". Dabei hatte die GAL lediglich erreichbare sanitäre Anlagen, eine Kinderspielecke und einen Wasserspender angedacht, da die EmpfängerInnen der ALG II-Leistungen oft sehr lange warten müssen. Außerdem hatte Olszewski bemängelt, dass die Tische der SachbearbeiterInnen derart eng zusammenstehen, dass die oft intimen Gespräche regelmäßig an den Nebentischen mitgehört werden können. Indes ist die Situation nicht nur in der für das Arbeitslosengeld II zuständigen Arbeitsgemeinschaft team.arbeit.hamburg unerträglich, sondern beinahe flächendeckend in allen Job-Centern. So müssen Betroffene in Norderstedt beispielsweise bis zu zwei Stunden anstehen - ob jung, alt oder gar gebrechlich - und das bis in das Treppenhaus hinein. Hilfe gibt es für Betroffene unter anderem beim Arbeitslosentelefon des Hamburger DGB (gebührenfrei für HamburgerInnen: 0800 - 111 0 444, für Auswärtige: 040 - 22 75 74 73), sowie bei allen Einzelgewerkschaften. Wer nicht Gewerkschaftsmitglied ist, kann sich bei Sozialverbänden oder Sozialberatungsstellen - etwa der AWO - melden.

Samstag, 13. Oktober, 10 Uhr

Schulleiter "bekommt nicht, wovon er nachts träumt"

Die Gymnasien Harksheide und Copernicus dürfen jeweils Anbauten planen, das beschloss der Norderstedter Ausschuss für junge Menschen in seiner letzten Sitzung. Obwohl die Schulen aus allen Nähten platzen, bewilligte die christdemokratische Mehrheit im Ausschuss nicht die gesamten Baukosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro, sondern lediglich 206.000 Euro für die Bauplanung. Ursprünglich hatte die CDU vorgesehen, erst 2010 überhaupt in Größenordnungen Geld für die Bildungseinrichtungen auszugeben, erst nach öffentlichen Protesten schwenkten ihre Mitglieder um den Ausschussvorsitzenden Holger Hagemann um. Weiteren Geldern oder gar der gesamten Bausumme - wie von den Schulen und der SPD gefordert - erteilte der schulpolitische Sprecher der Partei, Joachim Murmann, eine deutliche Absage. Auf die Forderung des Harksheider Schulleiters Gerhard Frische angesprochen, erklärte Murmann in der Norderstedter Zeitung: "Herr Frische bekommt das, was notwendig ist - nicht, wovon er nachts träumt."

Samstag, 13. Oktober, 10 Uhr

Thönnes gegen Verlängerung der ALG-Bezugsdauer

Der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär und Sozialpolitiker Franz Thönnes (SPD) hat sich in den Lübecker Nachrichten skeptisch zu Überlegungen geäußert, die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld I wieder zu verlängern. Der Segeberger Wahlkreiskandidat hatte seinerzeit mitverantwortlich für die sogenannten "Hartz-Gesetze" gezeichnet, die seit 2003 massive Einschnitte in das soziale Netz regeln. Thönnes plädiert in der aktuellen Debatte dafür, sich auf die weitere Verringerung der Arbeitslosenzahlen und -zeiten zu konzentrieren, statt die Absicherung der Arbeitslosen zu verbessern. Der Sozialdemokrat weist außerdem darauf hin, dass die Änderungen in der Arbeitsmarktpolitik insbesondere bei älteren Arbeitnehmern eine deutliche Erhöhung der Beschäftigungsquote bewirkt hätten: Waren im Jahr 2000 nur 36% der über 55jährigen in Arbeit, seien es im zweiten Quartal 2007 bereits 52%. Dabei ignoriert Thönnes jedoch nach wie vor, dass ein Großteil der neuen Arbeitsverhältnisse im stark wachsenden, prekären Bereich zustande kommt: Befristete Arbeitsverträge oder Leiharbeit sind ebenso wie Niedriglöhne seit der Lockerung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (vgl. § 14) eher Regel, als Ausnahme.

Freitag, 12. Oktober, 21 Uhr

Schul-Finanzen: Kritik an CDU und Noa4

Bis 2010 will die Norderstedter CDU die Entscheidung vertagen, das Gymnasium Harksheide und das Copernicus-Gymnasium auszubauen, obwohl beide Schulen unstreitig unter akuter Platznot leiden. Während Eltern und SchülerInnenschaft in der Norderstedter Zeitung vermuten, die Christdemokraten hätten mit der Landesgartenschau und dem Autobahnanschluss Norderstedt-Mitte schlicht "andere Prioritäten", verweist Holger Hagemann (CDU, Vorsitzender im Ausschuss für junge Menschen) auf umfassende Umstrukturierungen und eine laufende Überplanung der "Schullandschaft". Erst am 7. November beispielsweise würde die Verwaltung ihre Vorstellungen für die zukünftigen Regional- und Gemeinschaftsschulen unterbreiten, anschließend muss darüber beraten werden. Kritik kam jedoch nicht nur an der CDU, sondern jetzt auch am Lokalsender Noa4 auf, der zwar in der Sache umfangreich recherchierte, dann jedoch einen eher seichten Bericht sendete. So sollen Redakteure des Senders den Schulleiter, ElternvertreterInnen sowie die Schulsprecherin des Gymnasiums Harksheide interviewt- und auf diese Weise erheblichen Protest eingefangen haben. Im Anschluss wurde jedoch offenbar auf einen kontroversen Beitrag verzichet.

Freitag, 12. Oktober, 11 Uhr

Erneute Energiepreiserhöhung

Schon wieder wird Energie in Norderstedt teurer! Diesmal sind es die Strompreise, die nach Angaben des umstrittenen Stadtwerke-Chefs Volker Hallwachs um 1,06 Cent je Kilowattstunde (Kwh) steigen. Für einen Haushalt mit 3.000 Kwh Jahresverbrauch, so Hallwachs in der Norderstedter Zeitung, bedeute das eine monatliche Mehrbelastung von 3,15 Euro. Da eine durchschnittliche Familie aber nach Verbraucherschutzangaben rund 4.000 Kwh verbraucht, ist sogar von monatlich 4,20 Euro, bzw. 50 Euro im Jahr auszugehen. Erst im August hatten VerbraucherschützerInnen zum Wechsel der Stromanbieter aufgefordert: NorderstedterInnen sollen demnach etwa zur TelDaFax GmbH wechseln, die schon nach bisherigen Preisen rund 101 Euro weniger im Jahr verlangt, als die hiesigen Stadtwerke. Allerdings handelt es sich bei TelDaFax um ein - zudem windig scheinendes - Privatunternehmen, während die Überschüsse der Stadtwerke nach wie vor in den kommunalen Haushalt fließen.

Freitag, 12. Oktober, 10 Uhr

Ein Wappen für Kükels

Nachdem das beschauliche Örtchen Kükels bei Bad Segeberg zuletzt mit Zuzugsavoncen der Pop-Peinlichkeit Dieter Bohlen Schlagzeilen machte, sorgt die Gemeinde jetzt für zukunftsorientierte Nachrichten. Auf dem nigelnagelneuen Gemeindewappen sind für das ungeübte Auge ein Fisch, ein Baum und zwei verschnörkelte Trennlinien auf gelb-blauem Untergrund zu sehen. Tatsächlich soll es sich dabei um die auf den umliegenden Höfen weitverbreitete Rotbuche, einen Hecht und die örtlichen Gewässer (Kükelser Au, Neversdorfer- und Mözener See) handeln. Die Konzeption des Wappens und auch die in Auftrag gegebenen Fahnen muss die Gemeinde nicht bezahlen, hier ist die Sparkasse Südholstein generös eingesprungen - wahrscheinlich mit Geldern, die durch den massiven Arbeitsplatzabbau freigeworden sind ...

Freitag, 12. Oktober, 7 Uhr

"Paradies für Rentner und Pensionäre"

Ein "Paradies für Rentner und Pensionäre" ist nach einem Bericht der Segeberger Zeitung die kommunalpolitische Vertretung des Kreises. Da zahlreiche Sitzungen bereits Wochentags um 10 Uhr beginnen, könnten Berufstätige daran kaum oder höchstens unregelmäßig teilnehmen. Da allerdings Verdienstausfälle für die teilnehmenden Mitglieder ersetzt werden, muss auch die Frage gestellt werden, ob die heutigen Mitglieder des Kreistages ihre Aufgabe ernst genug nehmen: Die meisten Arbeitsplätze erlauben es problemlos, dass an maximal ein- oder zwei Tagen monatlich gefehlt wird. Zuletzt hatte der in Norderstedt tätige Kriminalpolizist Volker Willert (CDU) aus Seth seine Arbeit im Kreistag wegen der ungünstigen Termine eingestellt. Vielleicht nicht unbedingt ein Verlust, zeichnete Willert 2002 für Repressalien gegen den Bauwagenplatz und Abschiebegegner in Norderstedt verantwortlich.

Donnerstag, 11. Oktober, 11:00 Uhr

Henstedt-Ulzburg geht ein (kleines) Licht auf

Die Weihnachtsbeleuchtung in Henstedt-Ulzburg wird zu einem Archiv-Ticker-Dauerbrenner. Schönes Wortspiel aus traurigem Anlass. Bereits mehrfach berichteten wir über den unsäglichen http://www.abendblatt.de/daten/2006/01/27/527674.html " target="_blank">Verkauf der Straßenbeleuchtung an den Energiekonzern e.on. Waren einige PolitkerInnen in ihrer grenzenlosen Naivität davon ausgegangen, dass e.on die Weihnachtsbeleuchtung kostenlos zur Verfügung stellen würde, mussten sie nun zur Kenntnis nehmen, dass die Festbeleuchtung mit 83 000 Euro zu Buche schlagen würde. Nach der großen Aufregung kommt nun eine kleine Beleuchtung: 300 Meter Lichterketten für 20 000 Euro. Einstimmig beschlossen, unter dem sinnlosen Protest der SPD.

Donnerstag, 11. Oktober, 10:30 Uhr

Aktuelle Sitzungstermine der Stadt Norderstedt

Hier finden Sie die aktuellen Sitzungen der Stadt Norderstedt für heute, den 11.10.12007:

Ausschuss für Kultur und Städtepartnerschaften
Datum/Zeit: 11. Oktober, 18:15 Uhr
Ort: Sitzungsraum 3, Rathaus, Rathausallee 50
Haupt-Tagesordnungspunkte: Antrag der F.D.P. Fraktion zum Kostendeckungsgrad der Volkshochschule, Gebührenbedarfsberechnungen für dieVolkshochschule

Mittwoch, 10. Oktober, 14 Uhr

Aktuelle Sitzungstermine der Stadt Norderstedt

Hier finden Sie die aktuellen Sitzungen der Stadt Norderstedt für heute, den 10.10.12007:

http://gidw6.gid24.de/ratsinfo/sessionnet/buergerinfo/to0040.php?__ksinr... " target="_blank"> Werkausschuss
Datum/Zeit: 10. Oktober, 18:15 Uhr
Ort: Sitzungsraum 1 der Stadtwerke, Heidbergstr. 101
Inhalte (Auszug): Jahresabschluss der Stadtwerke 2006, Wirtschaftsplan der Stadtwerke 2008

http://gidw6.gid24.de/ratsinfo/sessionnet/buergerinfo/to0040.php?__ksinr... " target="_blank"> Ausschuss für junge Menschen
Datum/Zeit: 10. Oktober, 18:30 Uhr
Ort: Sitzungsraum 2 , Rathaus, Rathausallee 50
Inhalte (Auszug): Kita-Gutscheinsystem, Haushalt 2008/2009 (Stellenplan und Teilbudget)

Mittwoch, 10. Oktober, 13 Uhr

Kalkbergstadion feiert Geburtstag

In insgesamt vier Artikeln beschreibt die Norderstedter Zeitung heute die wechselhafte Geschichte des Kalkbergstadions in Bad Segeberg. Genau das war heute vor 70 Jahren - am 10. Oktober 1937 - von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels als Nordmark-Feierstätte eröffnet worden. Zuvor wurden zwischen 1934 und 1937 hunderte Menschen im Rahmen des "Reichsarbeitsdienstes" gezwungen, am Stadion mitzuarbeiten und dabei 15.000 Kubikmeter Boden sowie 3.000 Kubikmeter weggesprengten Kalkstein wegzuschaffen. Wo 1937 20.000 SegebergerInnen unter "Heil"-Rufen den faschistischen Staat feierten, residieren seit 1952 die Karl-May-Festspiele, seit den 70er Jahren finden hier auch große Konzerte statt.

Mittwoch, 10. Oktober, 11 Uhr

Raumnot in Norderstedts Schulen

Auf der heutigen Sitzung des Ausschusses für junge Menschen werden sich die KommunalpolitikerInnen unbequemen Fragen von ElternvertreterInnen des Coppernicus- und Gymnasium Harksheide stellen lassen müssen. Der Vorwurf lautet: Die CDU sperrt sich gegen die Bereitstellung von Geldern, die für dringende Erweiterungsmaßnahmen an den beiden Gymnasien benötig werden. Durch die steigenden Anmeldezahlen von Grundschülern ist es schon in den letzten Jahren zu Engpässen gekommen. Gerhard Frische , Schulleiter des Gymnasiums Harksheide und Sieglinde Huszak , Leiterin des Coppernicus-Gymnasiums, geben an, mit ihren Raumkapazitäten am Ende zu sein. Die Schulen sind schlichtweg nicht für die Einrichtung von vier Parallelklassen geeignet. Erschwerend kommt hinzu, dass die http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/SchulischeBildung/Allgemeinb... " target="_blank"> Profiloberstufe im kommenden Schuljahr eingeführt werden soll. Dann wird wieder im Klassenverband unterrichtet, und die bisherigen Oberstufenräume werden in der Regel nicht ausreichen, um ganze Klassenstärken aufzunehmen. Holger Hagemann (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für junge Menschen, sieht keinen Grund zur Eile. Er will erst einmal die Schulentwicklungsplanung abwarten, die am 7. November präsentiert werden soll. Lapidar meint er gegenüber der Norderstedter Zeitung: "Wir müssen ja nicht immer gleich Millionenbeträge verbauen, zumal wir das Geld auch gar nicht haben". Das sieht Bernhard Luther vom Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit am Gymnasium Harksheide ganz anders. Er verweist auf steigende Baukosten, wenn die Maßnahmen erst 2010 oder später erfolgen und wirft der CDU vor, Renommierprojekte wie die Landesgartenschau und den Autobahnanschluss für wichtiger zu halten. Die öffentliche Sitzung des Ausschusses beginnt um 18.30 Uhr im Rathaus.

Mittwoch, 10. Oktober, 8 Uhr

Personalabbau nach Fusion

Nach der Fusion der Kreissparkassen Segeberg und Pinneberg 2002 und dem Zusammenschluss mit der Stadtsparkasse Neumünster 2005 zur heutigen Sparkasse Südholstein nähert sich das öffentliche Geldinstitut den dümmlich-dreisten Geflogenheiten privater Bankhäuser immer mehr an. Nachdem man bereits durch den Verkauf problematischer Kundenkredite landesweit in Kritik geriet, folgt jetzt das übliche Prozedere nach Fusionen und Übernahmen: Nachdem zuvor bereits 150 Beschäftigte an eine ARGE mit der Hamburger Sparkasse ausgelagert worden waren, sollen laut einem Bericht der Lübecker Nachrichten jetzt bis zu 200 (von insgesamt 1.200) Arbeitsplätze "eingespart" werden. Dazu werden die Immobilien der Sparkasse "ausgelagert" und anschließend wieder angemietet. Unappetitlich, was Sparkassen-Chef Mario Porten da veranstaltet und immer wieder erstaunlich, was Verwaltungsräte in öffentlichen Unternehmen durchwinken.

Mittwoch, 10. Oktober, 7 Uhr

22 neue Schutzmänner (und -frauen?)

Die Polizeidirektion Segeberg begrüßt in dieser Woche 22 neue "Schutzpolizisten", die nach ihrer Ausbildung in der Fachhochschule Eutin ihre Ausbildung zum mittleren "Polizeivollzugsdienst" überstanden haben. Während gleich 13 von ihnen im Kreis Pinneberg eingesetzt werden, der seit einiger Zeit zum organisatorischen Bereich der Polizeidirektion Segeberg gehört, verteilen sich die übrigen neun Beamten auf Bad Segeberg, Wahlstedt, Bad Bramstedt und Norderstedt. Insgesamt beschäftigt die Direktion in der Kurstadt rund 800 "Kräfte". Nicht mitgeteilt wurde, wieviele der NeueinsteigerInnen Frauen sind und wie hoch der Anteil der Frauen an den Ordnungskräften der Direktion insgesamt ist.

Dienstag, 9. Oktober, 11:00 Uhr

Döscher (FDP) beging "Schweinerei"

CDU-Überläufer Günther Döscher (jetzt FDP) bezeichnet sein Abstimmungsgemauschel mit dem parteilosen FDP-Fraktionsmitglied Christoph Prüfer gegenüber der http://www.abendblatt.de/daten/2007/10/09/802665.html " target="_blank"> Norderstedter Zeitung selbstkritisch als "Schweinerei". Wie wir bereits berichteten, ließ sich Döscher -der in seinem tiefsten Inneren gegen einen Autobahnanschluss ist, dies aber nie innerhalb der FDP vertreten hat - mutwillig von Prüfer bei der Abstimmung über den Autobahnanschluss im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr vertreten. Prüfer enthielt sich der Stimme und dadurch entstand eine Mehrheit für den Autobahnanschluss. Die FDP war immer mit der Aussage in die Öffentlichkeit gegangen, dass es mit ihr keinen Autobahnanschluss gäbe. Fraktionschef Uwe Matthes kann sich eine weitere Zusammenarbeit mit Döscher und Prüfer nicht mehr vorstellen. In einer Fraktionssitzung will man Günther Döscher nahelegen, seinen Ausschusssitz ab sofort ruhen zu lassen.

Dienstag, 9. Oktober, 10:30 Uhr

Keine Nachricht ist auch eine Nachricht

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU), Segebergs Landrat Georg Gorrissen und Nordertedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU) besuchten gemeinsam die Norderstedter Firma Exakt und ließen sich mit deren Firmenchef Peter Geiger von der Norderstedter Presse dabei fotografieren. Das war´s! Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Und darum ging es den Herren wohl auch nur. Hauptsache in der Zeitung. Mensch, müssen die es nötig haben....
(...und das Infoarchiv fällt auch noch drauf rein)

Montag, 8. Oktober, 14 Uhr

Taschenspielertricks um LGS-Kosten?

20 Millionen Euro sollte die Landesgartenschau (LGS) 2011 in Norderstedt und ihr Betrieb eigentlich kosten, doch daran glaubt inzwischen niemand mehr. Empört reagierten KommunalpolitikerInnen von SPD und GALiN jetzt auf Posten im städtischen Haushalt 2008/2009, die sich relativ eindeutig dem ausgegliederten Projekt LGS 2011 zurechnen lassen. Demnach habe die Stadtverwaltung Arbeiten für insgesamt 1,3 Millionen Euro im vom Steuerzahler getragenen Haushalt versteckt, die eigentlich von der Gartenschau und der dafür gegründeten Stadtpark GmbH (hier ihr Aufsichtsrat) finanziert werden müssten. Dazu gehört die Pflege der Heide, der Bau von Geh- und Radwegen und die Einrichtung eines Hundetummelplatzes. Während Sibylle Hahn (SPD) und Maren Plaschnick (GALiN) im Vorgehen der Verwaltung und des verantwortlichen Baudezernenten Thomas Bosse einen Skandal sehen, weist der die Vorwürfe zurück: Schon im Gesellschaftervertrag mit der Stadtpark GmbH sei die Übergabe des Geländes in einem mit dem Willy-Brandt-Park vergleichbarem Zustand vereinbart. Auch das bestreiten jedoch SPD und GALiN: Während Plaschnick "inoffizielle Verträge zwischen Stadt und Stadtpark GmbH" befürchtet, kritisiert Wolfgang Schmidt (SPD) "versteckte Nebenhaushalte".

Sonntag, 7. Oktober, 14 Uhr

Sozialfonds für KiTa-Essen?

Im Landtag sind die Bündnis 90-Grünen kürzlich mit ihrer Idee gescheitert, jetzt unternimmt Monika Heinold, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Grünen im schleswig-holsteinischen Landtag, einen neuen Anlauf: Das Essen in den KiTas soll künftig über einen Sozialfonds finanziert werden, den das Land, die Kommunen und die Wirtschaft gemeinsam tragen. Für die Eltern bliebe nach dem Plan der Grünen dann nur noch ein Kostenanteil von täglich einem Euro übrig. Hintergrund des am Samstag in der Trappenkamper KiTa "Pusteblume" vorgestellten Vorstoßes: 2,57 Euro beträgt zur Zeit der Hartz-IV-Regelsatz, der einer Familie derzeit für das Essen eines Kindes täglich zusteht, zwischen zwei- und drei Euro beträgt aber meist der Kostenbeitrag für das KiTa-Essen. Die Folge: Einkommensschwache Familien verzichten, die Kinder bekommen Essen von zu Hause mit, oder ... hungern auch schon mal, wie traurige Einzelfälle belegen. Auf Landesebene unterstützen FDP und der SSW die Initiative der Grünen, außerdem zahlreiche Sozialverbände wie die AWO. Ob Monika Heinold sich derart einsetzen würde, säßen die Grünen noch in der Regierung, darf allerdings bezweifelt werden. Schließlich wurden die nierigen Regelsätze ja gegen vielfache Kritik überhaupt erst von der rot-grünen Bundesregierung eingeführt.

Sonntag, 7. Oktober, 13 Uhr

CDU Henstedt-Ulzburg stellt sich auf

Für die Kommunalwahlen im Frühjahr 2008 hat sich die krisengeschüttelte Henstedt-Ulzburger CDU aufgestellt. Bereits am vergangenen Donnerstag wählte die Partei ihre KandidatInnen für die Ulzburger Wahlbezirke, wobei es fast zu so etwas, wie einem Generationenwechsel kam: Obwohl mit Joachim Süme (amtierender Bürgervorsteher), Johann Schümann, Reinhard Schaar, Heinz Georg Gülk, Clauss-Dieter Rommerskirchen, Folker Brocks sowie Gudrun Hohn und Elisabeth von Bressensdorf (amtierende stellvertretende Bürgermeisterin) zahlreiche "altgediente" Gemeinderatsmitglieder auf die aussichtsreichen Plätze gewählt wurden, bekommen auch Margitta Neumann (44, Chemikerin - von der WHU gewechselt), Peter Knipping (56, Klimatechniker), Henry Danielski (57, Polizist), Dr. Dietmar Kahle (44, Biologe), Volker Mittelstaedt (44, Bauingenieur), Sven Oldag (46, Informatiker), Gerhard Krambeer (38, Maschinenbauingenieur) und Jens Müller (63, Ingenieur) eine Chance, während sich der erst 28jährige Schornsteinfeger Gerrit Biehl in einer Kampfabstimmung im Bezirk Ulzburg-Süd durchsetzte. Laut Segeberger Zeitung haben die in Henstedt-Ulzburg traditionell starken Christdemokraten 280 Mitglieder und erreichten zuletzt 52% der Stimmen. Politisch stand die örtliche CDU lange Zeit weit rechts der Mitte und fiel durch vasallenartige Treue zur Familie Manke und zum ebenfalls stramm rechten Bürgermeister Volker Dornquast auf. Wohl auch deswegen geriet der Ulzburger Landtagsabgeordnete Winfried Wengler zuletzt unter Druck, weil der eine vom Bürgermeister unabhängige Politik gefordert und teils umgesetzt hatte.

Samstag, 6. Oktober, 14 Uhr

Die FDP machts möglich: Mehr Autoverkehr für Norderstedt

Die CDU hat ihre verkehrspolitischen Ziele in Norderstedt fast erreicht. Nachdem sich die FDP zuletzt deutlich gegen einen dritten Autobahnanschluss ausgesprochen hatte, ermöglichten ihn zwei Neu-Liberale jetzt mit einem Taschenspielertrick: Als der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr am Donnerstag-Abend zur Abstimmung schritt, war nicht der (ablehnende) FDP-Mann Günther Döscher erschienen, sondern der ihn vertretende Christoph Prüfer, der das Straßenbauprojekt unterstützt. Obwohl sowohl die FDP-Fraktion, als auch die Mitgliederversammlung der Liberalen einen dritten Autobahnanschluss deutlich ablehnen, enthielt sich Prüfer nun der Stimme und machte angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im Ausschuss ein "Ja" möglich. Das hat für Norderstedt nun vor allem zwei Folgen: Die FDP hat zwar mit Döscher und Prüfer zwei Politiker und vor allem Mandate gewonnen, sich damit jedoch die CDU in die eigene Partei geholt. Ein enttäuschter Fraktionschef Uwe Matthes sagte am Freitag der Norderstedter Zeitung: "Anscheinend hat die CDU doch noch die Mehrheit. Ich bin richtig sauer". Auf der anderen Seite hat der dritte Autobahnanschluss seine erste große Hürde genommen und kann jetzt wohl nur noch an der Stadtvertretung scheitern. Wird er dort in Kürze durchgewunken, drohen Norderstedt erneut wuchtige Zuwächse an PKW- und LKW-Verkehr, sowie schwere Umweltschäden durch die Trasse selbst.

Samstag, 6. Oktober, 14 Uhr

FDP "peinlich"

"Hilflos" und "peinlich" sind die Adjektive, die Andreas Burgmayer heute in einem ungewohnt scharfen Kommentar der Norderstedter Zeitung für das Verhalten der FDP zum neuen Autobahnzubringer gebraucht. Den Stadtvertretern Günther Döscher und Christoph Prüfer empfiehlt er, sich nach dem von ihnen provozierten Eklat, zu Stadtvertreter-entfant-terrible Jens Kahlsdorf zu gesellen: "In die Diaspora der Fraktionslosigkeit."

Freitag, 5. Oktober, 21 Uhr

Linke Segeberg: "Weg mit Hartz IV"

Laut einer Auskunft des Norderstedter Sozialdezernenten Harald Freter (SPD) lebten in Norderstedt im Mai 2007 1498 Kinder von Hartz IV, daran erinnert der Ortsverband Segeberg der frisch fusionierten Partei Die Linke. Demnach stehen jedem Kind pro Tag lediglich 2,72 Euro für Nahrungsmittel zur Verfügung, monatlich gibts laut Die Linke 1,79 Euro für Schulsachen. Damit Kindern "nicht schon am Anfang ihres Lebens die Würde" genommen wird, so Linke-Aktivist Norbert Dachsel, will die Partei das im Rahmen der Hartz-Kürzungen eingeführte, sogenannte Arbeitslosengeld II zugunsten sozialer Regelungen streichen. Nach ihrer Neuformierung arbeiten die ehemaligen PDS- und WASG-Strukturen im Kreis zur Zeit mit Hochdruck daran, sich für die Kommunalwahlen 2008 aufzustellen. Nach Informationen des Info Archivs ist in Norderstedt daran gedacht, in allen 21 Wahlbezirken mit eigenen KandidatInnen anzutreten. Damit tritt Die Linke vor allem in Konkurrenz zur Grün Alternativen Liste in Norderstedt (GALiN), die in der Stadt seit Jahren basisdemokratische Politikansätze vertritt.

Freitag, 5. Oktober, 14 Uhr

SPD: Mehr Bildung, weniger Landesgartenschau!

Einen Paradigmenwechsel fordert die Norderstedter SPD nach ihrer Klausurtagung in Malente. Durch eingesparte Mittel eines auf 12,5 Millionen Euro strikt begrenzten Etats der Landesgartenschau wollen die Sozialdemokraten zahlreiche Verbesserungen im Sozial- und Bildungsbereich der Stadt finanzieren. Neben zahlreichen von der CDU aufgeschobenen Sanierungsprojekten an Schulgebäuden will die SPD die Ganztagsschulen ausbauen, die Kinderbetreuung verbessern und etliche Kürzungen im sozialen Bereich zurücknehmen. So sollen zusätzliche Erzieher im Bereich der Jugendarbeit eingestellt werden, die Betreuung von Obdachlosen auch durch verstärkten Personaleinsatz ausgeweitet werden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Johannes Paustenbach zu den Eckpunkten der Beschlüsse: "Bildung ist die Quelle des Wohlstandes von morgen - der für den Bildungsstandort Norderstedt schädliche Aderlass im Schul- und Kitahaushalt muss korrigiert werden. Wir brauchen in den nächsten zwei Jahren auch einen besonderen Impuls für bessere Bildungspolitik - die Reformen auf Landesebene dürfen nicht durch falsche kommunalpolitische Weichenstellungen konterkariert werden"

Freitag, 5. Oktober, 12 Uhr

Wensin: Äpfel statt Giftmüll

Noch 1994 plante die schleswig-holsteinische Landesregierung die Einrichtung einer Giftmülldeponie im Segeberger Wensin (bei Garbek), heute wachsen nahe des geplanten Standortes Dutzende Apfelbäume. Damals von der Bürgerinitiative Pass opp als "Zeichen der Hoffnung" gepflanzt, dienen die Bäume laut einem Artikel der Lübecker Nachrichten heute vielen Anwohner- und PassantInnen als Erfrischungsspender: Jede/r darf sich dort bedienen, der Pass-opp-Vorsitzende und "Äpfelwart" Ortwin Hövermann organisiert die Pflege der Bäume. 1996 war die Landesregierung schließlich von ihrem Vorhaben abgerückt.

Freitag, 5. Oktober, 8 Uhr

Verbraucherschützer: Stadtwerke unseriös!

Das hat gesessen. Nach einem offenen Brief von Horst Hinkel (Norderstedter Appell) an Bürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU) protestieren jetzt die Verbraucherschützer gegen die Informationspolitik der Stadtwerke. Die hatten nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes schlicht behauptet, dass jene 200 NorderstedterInnen, die zuletzt Widerspruch gegen die Gaspreiserhöhungen eingelegt hatten, nunmehr zahlen müssten - und einen entsprechenden Brief an die Boykotteure verschickt. Jetzt die Antwort der schleswig-holsteinischen Verbraucherschutzzentrale: Sie wirft den Stadtwerken laut Norderstedter Zeitung "unseriöses Geschäftsverhalten" vor, bestreitet die Zahlungspflicht der 200 Widersprechenden. Jurist Arne Timmermann: "Die Verbraucher ärgern sich zu Recht über den Versuch der Stadtwerke, sie über den Tisch ziehen zu wollen.". Jens Seedorff aus der Führungs-Troika der Stadtwerke will nun Zugeständnisse machen: "Auf Wunsch werden wir in jedem einzelnen Fall die Billigkeit unserer Preisgestaltung belegen."

Donnerstag, 4. Oktober, 16:00 Uhr

AKN vom Streik am Freitag nicht betroffen

Für den morgigen Freitag ruft die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die bei ihr organisierten Bahnbediensteten zu einer weiteren bundesweiten Arbeitsniederlegung auf, nachdem die Deutsche Bahn weiterhin kein tariffähiges Angebot in den festgefahrenen Verhandlungen vorgelegt hat. Die massiven Streiks werden sich jedoch nach Auskunft der GDL-Nord in Hamburg ausschließlich auf die Deutsche Bahn beschränken, Auswirkungen auf die ebenfalls in Tarifverhandlungen befindliche AKN wird es demnach nicht geben. Im Arbeitskampf der Lokführer ist die Verhandlungsatmosphäre vergiftet, seit die DB Arbeitskampfmaßnahmen per Gericht untersagen ließ und die rivalisierende DGB-Gewerkschaft TRANSNET andererseits alles tut, um die hohen Forderungen der GDL zu sabotieren. Zuletzt gerieten die TRANSNET-Funktionäre jedoch unter Druck, da die eigene Mitgliedschaft dem GDL-Arbeitskampf durchaus zugetan scheint.

Donnerstag, 4. Oktober, 15:00 Uhr

Entscheidung gegen vier Großkreise in Schleswig-Holstein

Gegen die Zusammenlegung der bislang insgesamt 11 Landkreise Schleswig-Holsteins zu künftig vier Großkreisen hat sich am Montag der sogenannte Landkreistag - ein Zusammenschluss aus Landräten und Kreispräsidenten im Land - ausgesprochen. Auf dem Treffen wurde zudem die von der Landesregierung ausgegebenen Sparsumme von 30-, bis 35 Millionen Euro jährlich in Frage gestellt. Schon am 12. September hatte der Landkreistag die Landesregierung aufgefordert, einen "ergebnisoffenen Dialog" über die geplante Verwaltungsstrukturreform zuzulassen.

Donnerstag, 4. Oktober, 11:00 Uhr

Beschwerde war erfolgreich

Holger Wittmann aus Norderstedt kann erst einmal aufatmen. Er ist Hartz IV-Empfänger und hatte gegen die für seine Leistungsbewilligung zuständige Arbeitsgemeinschaft Kreis Segeberg (Arge) beim Schleswig-Holsteinischen Landessozialgericht in Schleswig geklagt. Mit Erfolg! Grund füe den gang zum Gericht: Seit Juli hatte ihm die Arge keine Geld mehr ausgezahlt. Dort war man der Ansicht, der Norderstedter verfüge über Einnahmen, die der Arge nicht bekannt seien. Die Arge hatte, (ganz schnüfflerisch) festgestellt, das Holger Wittmann während einigen Wochen im Frühjahr kein Geld von seinem Konto abgehoben hatte. Also, wovon hatte der Mann dann gelebt? Diese Frage stellten sich die Arge-MitarbeiterInnen nicht aus einem Gefühl der Fürsorge, sondern um daraus eine Leistungsverweigerung abzuleiten. Wittmanns Beteuerungen in der fraglichen Zeit seine kranke Mutter gepflegt zu haben (die kurz darauf verstorben ist) und sich Geld von Verwandten geliehen zu haben, stießen bei der Arge auf taube Ohren. Nicht so beim Landessozialgericht. Dies entschied, "dass sich der Norderstedter in einer Ausnahmesituation befunden habe" und das es "nach Aktenlage keine Zweifel" an der Glaubwürdigkeit Wittmanns gäbe. Jetzt muss die Arge erst einmal 2520,44 Euro nachzahlen. Erst einmal, weil die Arge ein Hauptverfahren anstrengen kann, in dem dann wieder neu entschieden würde. Der stellvertretende Geschäftsführer der Arge, Michael Knapp , will prüfen lassen, wie groß die Aussicht auf einen juristischen Erfolg ist. Die Arge-MitarbeiterInnen sollten sich endlich einmal bewusst machen, dass sie eigentlich Dienstleister an Menschen wie Holger Wittmann sind und keine Despoten die ihre Kunden wie ?Sozialschmarotzer? behandeln. Von hier aus jedenfalls herzlichen Glückwunsch an Holger Wittmann!

Donnerstag, 4. Oktober, 11 Uhr

3beken versucht´s wieder

Entgegen Gerüchten, Veranstalter Tobias Mansfeld hätte nach dem Besucher-Desaster des 3beken-Festivals von Mitte September alle Konzerte für 2007 abgesagt, gibts kurzfristig einen weiteren Auftritt am kommenden Wochenende. Erneut präsentiert von der umstrittenen Agentur Kahlsdorf + Partner tritt am Samstag die 70er-Jahre Band EPITAPH in Friedrichsgabe auf, um ihre neue LP zu präsentieren. Üblicherweise lässt sich Agentur-Chef Jens Kahlsdorf in seiner Pressemeldung selber loben ... übrigens für die "erfolgreiche Vermarktung" des 3beken-Festivals (Ergebnis: ca. 400 statt 10.000 erwarteter BesucherInnen).

Donnerstag, 4. Oktober, 10:30 Uhr

Verein "Der Kinder wegen" erhält Gütesiegel

Der Norderstedter http://www.derkinderwegen.de/ " target="_blank"> Verein "Der Kinder wegen" hat für seine drei Tagesstätten das Deutsche-Kindergarten-Gütesiegel erhalten. Das Gütesiegel wurde von der Organisation http://www.paedquis.de//cmain/DKG.html " target="_blank"> Pädquis (Pädagogische Qualitäts-Informations-Systeme GmbH) vergeben. Bestandteile der Untersuchung waren unter anderem der Umgang der Angestellten mit den Kindern, die Entwicklungs- und Bildungsanregungen sowie die Räume. Neben der Beobachtung der Prozesse wurden auch die Eltern befragt. Der Verein ?Der Kinder wegen? wurde 1984 gegründet, als die Sozialisationsentwicklung von Kindern noch kein allgemein praktizierter Baustein in der Tagesstättenlandschaft war. Zu den Einrichtungen des Vereins gehören die Kindertagesstätten "Wühlmäuse" an der Christine-Teusch-Straße und "Lila Löwe" am Cord-Buck-Weg, sowie der Schülergarten an der Heidbergstraße.

Donnerstag, 4. Oktober, 10 Uhr

CDU Henstedt-Ulzburg und der Schweizer Käse

Vor einer Woche trat CDU-Gemeindevertreter Jörg Schlömann aus der CDU aus - behielt aber sein Mandat. Jetzt gab ein anderes Miglied der Gemeindevertretung, Frank Rauen, sein Mandat zurüFC;ck - blieb aber in der CDU. Schlömann trat aus der Partei aus, weil er nicht mehr als Direktkandidat für die nächsten Kommunalwahlen nominiert wurde, Rauen weil er mit der Aufstellung der Listen für diese Kommunalwahl nicht einverstanden war. Das sind zwar nur zwei Löcher, aber der Henstedt-Ulzburger CDU-Käse ist ja auch klein...

Donnerstag, 4. Oktober, 8 Uhr

Eine Viertelmillion für mehr Demokratie

Auch in Hamburg-Nord läuft die Mutter aller Volksentscheide auf vollen Touren: Bis Dienstag hatten sich hamburgweit immerhin 227.837 Menschen an der Aktion beteiligt, die künftig eine verbindliche Wirkung von Volksentscheiden regeln soll. Das war nötig geworden, weil die Hamburger CDU zuvor die städtischen Krankenhäuser verkauft hatte, obwohl sich die HamburgerInnen in einem Volksentscheid mit fast 75% gegen die Privatisierung ausgesprochen hatten. Bis zum 14. Oktober müssen sich insgesamt 607.468 HamburgerInnen an der "Mutter aller Volksentscheide" beteiligt haben, was sicher eng wird.

Dienstag, 2. Oktober, 14:30 Uhr

Der Speckgürtel wird magerer

Die schleswig-holsteinischen Landkreise im unmittelbaren Hamburger Umland müssen sich darauf einstellen, dass die Bevölkerung nur noch wenig wachsen und stark altern wird. Auch die Umzüge von Hamburger Einwohnern in das Umland - dazu gehört natürlich auch Norderstedt - dürften abnehmen. Bei der Studie handelt es sich lt. Segeberger Zeitung um das "Gemeinsame Datenprofil 2007" der Landkreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg.

Dienstag, 2. Oktober, 10:00 Uhr

Der VHS Quickborn laufen die Kunden weg!

Der Leiter der VHS Quickborn, Martin Zipperling, wird nervös - und trifft eine merkwürdige Entscheidung: Ab Januar gibt es kein gemeinsames Programmheft mit Ellerau mehr. Grund: Die KursteilnehmerInnen wandern in Scharen nach Ellerau ab. Für Zipperling liegt der Grund im bisherigen gemeinsamen Programmheft mit Ellerau. Dadurch sei die Identifikation mit Quickborn geschwächt worden. Jetzt müssen die Programmhefte getrennt gedruckt werden und das verursacht natürlich erhebliche Mehraufwendungen beim Druck. Verteilt werden die Quickborner Hefte dann auch in Ellerau und umgekehrt. Quickborns VHS-Leiter Zipperling fällt damit nicht zum ersten Mal durch recht eigenwillige Entscheidungen auf. Bereits im Frühjahr 2007 lehnte er eine Vortragsreihe des Hamburger Soziologen Jörg Penning ab. Das Seminar "Quickborn unterm Hakenkreuz" erschien dem VHS-Leiter als zu "unwirtschaftlich". Dabei handelte es sich nicht nur um eine politische Fehlentscheidung sondern auch um eine wirtschaftliche. Das sechsteilige Seminar wurde sehr erfolgreich mit Unterstützung der Initiative Selbstbewusstes Quickborn durchgeführt. Fazit: Der Fisch fängt immer noch vom Kopf an zu stinken.

Dienstag, 2. Oktober, 9:30 Uhr

Bürgermeister rudert zurück

Der Link von der Internetseite der Gemeinde Ellerau zur örtlichen FDP ist wiederhergstellt. Elleraus Bürgemeister Bernd Exler hob die Zugangssperre wieder auf. Gekappt wurde die Verbindung seinerzeit vom damaligen hauptamtlichen Bürgermeister Torsten Thormälen . Thormälen hat mittlerweile sein Bürgermeisterstühlchen mit einem Dezernentensessel in Norderstedt getauscht (wir berichteten). Grund für die rechtlich äußerst fragwürdige Kappung der Internetverbindung zur FDP: Hans Bihl von der FDP hatte die ernorme Verteuerung einer geplanten Biogasanlage( die zuvor auf einer Ausschusssitzung öffentlich diskutiert worden war!) auf der FDP-Homepage publiziert und dabei auf städtisches Zahlenmaterial zurück gegriffen. Ex-Bürgermeister Thormälen warf Bihl daraufhin vor, mit alten Zahlen operiert zu haben und sich damit geschäftsschädigend verhalten zu haben. Kurzerhand ließ Thormälen den Internetlink von der Stadt zur FDP kappen. Bihl gibt sich gegenüber der Norderstedter Zeitung gelassen: "Ich habe mich beim Datenschutzbeauftragten des Landes schlaugemacht. Und der hat meine Auffassung gestützt und auf das Informationsfreiheitsgesetz verwiesen". Trotzdem will Bürgermeister Exler prüfen lassen, ob die FDP die Unterlagen rechtswidrig verwendet hat.

Montag, 1. Oktober, 8 Uhr

Zwei Gemeinschaftsschulen für Norderstedt?

Die Gespräche zwischen der Stadt und den Norderstedter Bildungseinrichtungen zur Neuorganisation der Norderstedter Schulen hat offenbar erste Ergebnisse gebracht. Einem Bericht der Norderstedter Zeitung zufolge werden - wie überall im Kreis Segeberg - die Gymnasien erhalten bleiben. Aus der Gesamtschule Lütjenmoor und der Realschule Harksheide würden zwei Gemeinschaftsschulen. Darüberhinaus werden drei "Regionalschulen" entstehen: die Realschulen Friedrichsgabe und Garstedt werden dazu umgewandelt, die Haupt- und Realschule Schulzentrum Süd werden dazu zusammengelegt.
Sowohl Gemeinschaftsschulen als auch Regionalschulen stellen alternative Konzepte zum dreigliedrigen Schulsystem dar: so sollen auf den Gemeinschaftschulen SchülerInnen gemeinsam bis zur zehnten Klasse unterrichtet werden. Im Gegensatz zur Gesamtschule werden die einzelne Fächer aber nicht in mehreren Leistungsstufen (A, B oder C) angeboten. Regionalschulen sind die Zusammenlegung vom Real- und Hauptschulen.
Die Einführung solcher Schulformen war insbesondere in der CDU lange umstritten, wurden doch beispielsweise Gesamtschulen von ihr strikt abgelehnt und bekämpft. Erst im Zuge der Pisa-Studie setzt nun offenbar auch in konservativen Kreisen ein (langsames) Umdenken bei der Reform des Schulsystems ein. Aus Niedersachen verlautete in den vergangenen Tagen sogar, dass Ministerpräsident Wulff (CDU) den Bau neuer Gesamtschulen für möglich hält.

Und hier gehts zu den Meldungen vom 16. bis zum 30. September 2007.