Nationale "Widerständler" in Aktion |
Gedenken wegen "alliiertem Massenmord an Deutschem Volk"
Anscheinend in der Einschätzung, damit Widerstand zu leisten, plakatierten auch in Norderstedt sogenannte "Freie Nationalisten" in der Nacht zum 14. Februar Pamphlete, auf denen der Opfer des alliierten Bombardements auf Dresden in den letzten Kriegstagen gedacht wird. Hier gibt's noch ein Plakat.
Diese Plakatierung war - als Teil einer bundesweit koordinierten Aktion - der erste Auftritt des "Nationalen Widerstandes" in der Region seit langem.
In allen Norderstedter Stadtteilen waren in der Nacht zum 14. Februar vereinzelt Plakate mit der Aufschrift "Dresden 1945 / 13.-14. Februar - Alliierter Massenmord am Deutschen Volk" und dem Zusatz "Nur die tägliche Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit führt zur Versöhnung" geklebt worden. Verantwortlich für diese faktische Verdrehung der Kriegsschuld zeichnen die "Unabhängigen Nachrichten" - eine Publikation der extremen Rechten, die ihrem Fußvolk zudem anbietet, weitere der laienhaft produzierten DIN A 4 - Zettel zum Preis von 5 Mark pro Exemplar zu erstehen. Gewürzt wurde die bundesweite Plakatierung mit einer größeren Demonstration von fast 1.000 Neonazis in "Elbflorenz", sowie zahlreichen kleineren Aktionen, unter anderem in Hamburg.
In der Hansestadt besannen sich die Faschisten samt ihres jüngst im Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" vorgeführten Vordenkers Christian Worch auf die in letzter Zeit so reibungslose Zusammenarbeit mit der Innenbehörde Hartmuth Wrocklages. Worch & Co konnten sich in Hamburg nicht nur darauf verlassen, dass die Innenbehörde die Anmeldung eines abendlichen Fackelmarsches zum revanchistischen "76er Denkmal" positiv bescheiden würde, sondern auch auf die Verschwiegenheit der Behörden gegenüber der Öffentlichkeit bauen.
So gelang es den Neonazis schließlich, mit knapp 100 Kameraden am sogenannten Kriegsklotz aufzumarschieren, ohne auch nur auf den geringsten Widerstand zu stoßen. Christian Worch wird diesen neuerlichen Erfolg zu nutzen wissen (siehe auch den Artikel zu den Hamburger Aufmärschen in dieser Ausgabe).
Informationsquelle: Info Archiv