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Donnerstag, 18. Juni 2015, 9:52 Uhr

Post: Unbefristete Streiks ausgedehnt

Mehr als 20.000 Streikende

Hier kommt kein Brief durch, Foto: Infoarchiv

Hier kommt kein Brief durch, Foto: Infoarchiv

Infoarchiv Norderstedt | In der Tarifauseinandersetzung bei der Deutschen Post AG sind die unbefristeten Streiks am heutigen Donnerstag weiter ausgeweitet worden. Nach Angaben der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) befinden sich mittlerweile mehr als 20.000 Tarifkräfte im Ausstand. Davon betroffen sind die Briefverteilzentren, die Pakt- und Briefzustellung und sechs Paketverteilzentren. D.h., dass in den lokalen Zustellstützpunkten, wie z.B. in Norderstedt, nur ein Bruchteil der Briefe und Pakete ankommen. In den bestreikten Zentren stapeln sich derweil Briefe und Pakete.

Berichte, nach denen die Deutsche Post AG mittlerweile auf Unterstützung von MitarbeiterInnen einiger großer Versandhäuser und Versicherungen zurückgreift, um Briefe und Pakete zu sortieren, machen nach Gewerkschaftsangaben deutlich, dass das Unternehmen zunehmend befremdlich agiere. „Anstatt viel Energie auf die Bewältigung der täglich zunehmenden Streikfolgen zu verwenden, wäre die Post besser beraten, Verantwortung zu übernehmen und einen tragfähigen Kompromiss zu Lösung des Tarifkonflikts zu entwickeln“, sagt die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. Stattdessen verfolgen nach einer ver.di-Erklärung die Vertreter des Arbeitgebers vor Ort die Ziele des Vorstandes „mit einer noch nie dagewesenen Brutalität.“ „Die uns bekannte Palette reicht von Abmahnungen/Verhandlungsschriften bis hin zu Bedrohungen in Vier-Augen-Gesprächen“, heißt es dort weiter. Das ganze diene dem Ziel die Belegschaft zu spalten, einzuschüchtern und zu verunsichern.

Hintergrund des Tarifkonfliktes bei der Deutschen Post AG ist der Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe durch den Aufbau von 49 Regionalgesellschaften für die Zustellung. Um diesen Vertragsbruch zu kompensieren, hatte ver.di zum 1. April die Bestimmungen zur Arbeitszeit gekündigt und fordert eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. In der sechsten Verhandlungsrunde vom 2. Juni hatte ver.di mit einem umfassenden Angebot versucht, die Post von einer einvernehmlichen Lösung zu überzeugen und vom Konfliktkurs gegen die Beschäftigten abzubringen.

Das Gesamtpaket sah unter anderem eine Rückführung der 49 Regionalgesellschaften (DHL Delivery GmbHs) in den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG vor, eine Verlängerung der Schutzregelungen zu Kündigungen und Fremdvergabe, den Verzicht auf eine lineare Einkommenserhöhung in diesem Jahr und eine strukturelle Veränderung der bestehenden Entgelttabelle für alle neu eingestellten Beschäftigten, wonach diese künftig nicht mehr nach zwei, sondern erst nach drei Jahren in die jeweils nächsthöhere Erfahrungsstufe aufsteigen würden. Die Deutsche Post AG hatte dieses Angebot nicht angenommen.

Ein Kommentar zu diesem Artikel

23.06.2015, 13:59 Uhr AnonymousSo ist es richtig

Ein Intervie mit einem Post-Beamten, der nicht als Streikbredcher fungieren will. Davon dürfte es gerne mehr geben...
http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Postbote-Sendungen-tuermen-sich-meterhoch,poststreik168.html