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Mittwoch, 8. Februar 2012, 12:34 Uhr

Tesa baut Firmenzentrale in Norderstedt

Tesa-Betriebsrat zum Firmenumzug: „Norderstedt nicht so sexy wie Eimsbüttel“

Infoarchiv Norderstedt | Das seit über 75 Jahren in Hamburg-Eimsbüttel ansässige Unternehmen Tesa, eine hundertprozentige Tochter der Beiersdorf AG, kommt nach Norderstedt.

Bis 2015 soll die Firmenzentrale sowie das Forschungs- und Technologiezentrum für rund 800 Mitarbeiterinnen auf einem rund fünf Hektar großen Grundstück an der Niendorfer Straße entstehen. Damit endet ein monatelanger Bieterwettbewerb zwischen Hamburg und Norderstedt. Ein stetig zunehmender Platzmangel am bisherigen Standort, mitten im Eimsbüttler Wohngebiet, war laut Tesa-Firmenleitung der Grund für den Wunsch, den Standort zu wechseln.

Dass man sich nun für Norderstedt entschieden hat, soll neben der Größe des Grundstücks – das auch Expansionsmöglichkeiten bietet - vor allem an der hohen „Gestaltungsfreiheit“ und der geringen „Abhängigkeit von Bau- und Genehmigungsauflagen“ liegen. Was immer das genau heißen mag. Jedenfalls bedarf es keiner kostspieligen Vorarbeiten wie Bodensanierung oder der Verlegung von Hochspannungsleitungen. Außerdem spreche die gute Verkehrsanbindung, hier ist wohl in erster Linie der Flughafen gemeint, für Norderstedt.

Das direkte Umfeld des Geländes ist da eher unspektakulär. Der Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens, Frank Ganschow, bringt es gegenüber dem Hamburger Abendblatt auf den Punkt: „Einerseits ist die räumliche Situation im Forschungszentrum tatsächlich beengt. Doch Norderstedt ist natürlich nicht so sexy wie Eimsbüttel.“ Es fehle in dem Industriegebiet an Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sowie sozialen Einrichtungen wie Kindergärten. Und: „Wir erwarten von der Stadt Norderstedt, dass sie für eine vernünftige Verkehrsanbindung und eine attraktive Infrastruktur sorgt“, so Ganschow. Allerdings sieht er auch Tesa in der Pflicht, sich um ein gutes Arbeitsumfeld für die MitarbeiterInnen zu kümmern. In Hamburg hat das der Mutterkonzern Beiersdorf AG z.B. mit einem eigenen Betriebskindergarten getan, der auf der Homepage des Unternehmens für ein Beispiel der sozialen Verantwortung hervorgehoben wird. Offenbar war die Bereitschaft Norderstedts für all das zu sorgen, mit ausschlaggebend für die Entscheidung den Firmensitz hierher zu verlegen. Auch das leistungsfähige Datennetz von wilhelm.tel wird seinen Teil dazu beigetragen haben. Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU): „Wenn 800 Mitarbeiter in unsere Stadt kommen, untermauert das die Notwendigkeit, am Nordport eine neue Kita zu bauen.“ Zusätzlich sollen nach einem Bericht der Norderstedter Zeitung die Busverbindungen verbessert werden und an der Ecke Ohechaussee/Nordportbogen Einkaufsmöglichkeiten entstehen.

Auf Norderstedter Seite hofft man auf einen kräftigen Zuwachs an Gewerbesteuereinnahmen. Immerhin hat das Unternehmen, das über 7000 Klebebänder aller Art für Spezialanwendungen für die Industrie und Endverbraucher vermarktet, nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von 882 Millionen Euro in 2010 ein Rekordergebnis erzielt.

Ein Kommentar zu diesem Artikel

09.02.2012, 8:53 Uhr AnonymousMal immer schön auf dem Teppich bleiben!

Ja, da hat der Betriebsrat Recht. Städtebaulich hat der OB nur ein robustes Kahlschlag-Konzept für die Wirtschaft betrieben: http://mobil.abendblatt.de/wirtschaft/article2182814/Boomtown-Darum-ist-...

Das letzte in der Fachwelt anerkannte städtebauliche Highlight war vor über 25 Jahren Norderstedt-Mitte! Damals pilgerten ganze Architektur- und Städtebau-Semester geschlossen nach Norderstedt.

Tesa bleibt natürlich die Cash cow des Beiersdorf Konzerns. Entsprechend wird auch die Gewerbesteuer für Norderstedt klein bleiben. Nämlich nach der Betriebsstättenabgabe nur ein geringer Prozentsatz aus der Lohnsumme der Norderstedter Betriebsstätte. Dagegen müssen dann die Infrastrukturaufwendungen gestellt werden. ...